DIE SITUATION DER KINDER

Unser Projektgebiet San Luis ist ein Slum am Rande der Hauptstatt Santo Domingo. Die Menschen leben in Holz- oder Wellblechhütten oft ohne Strom und Wasser. Ein Großteil der Bewohner sind Armutsflüchtlinge aus Haiti. Viele Kinder sind bereits im Alter von 2 oder 3 Jahren den ganzen Tag sich selbst überlassen. Häufig müssen auch größere Kinder auf die jüngeren Geschwister aufpassen anstatt zur Schule zu gehen. Die Eltern (meist allein stehende Mütter) sind arbeitslos und können ihre Kinder nicht ernähren oder sie arbeiten von früh bis spät für einen Hungerlohn und haben keine Möglichkeit die Kinder zu betreuen. Viele Kinder werden daher aus Not alleine zu Hause zurückgelassen oder auf die Straße geschickt, um zu arbeiten oder zu betteln.

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Mangel an Nahrung und Hygiene:

Auf Grund von ständig steigenden Lebensmittelpreisen leiden viele Kinder an den Folgen von schlechter Ernährung oder Unterernährung. Einige Familien müssen ihr Essen im Müll suchen. Da sauberes Trinkwasser Geld kostet, müssen die Menschen oft verschmutztes Leitungswasser trinken, was zu schwerwiegenden Krankheiten führt und für kleine Kinder sogar tödlich enden kann.



Mangel an Liebe & Geborgenheit

Obwohl die Dominikaner ein sehr lebensfrohes, freundliches Volk sind, wird vielen Kindern zu Hause wenig Wertschätzung entgegengebracht. Die Mütter werden meist schon als Jugendliche schwanger und haben keine beständigen Partner. Sie arbeiten hart um Nahrung für ihre zahlreichen Kinder heranzuschaffen und sind oft vollkommen überfordert und ausgebrannt. Häusliche Gewalt wird daher häufig als Erziehungsmittel benutzt. Knapp die Hälfte der Kinder, die zu uns ins Projekt kommen, weisen zu Beginn sozial-emotionale Störungen auf.



Kinderarbeit

Da das Einkommen häufig nicht ausreicht um die Familie zu ernähren, schicken manche Eltern ihre Kinder auf die Straße um Geld einzutreiben. Verbreitete Kinderarbeiten in der Dominikanischen Republik sind z.B. Schuhputzer, Straßenverkäufer, Autoscheibenputzer oder Müllsammler. Hierbei sind die Kinder häufig großen Gefahren ausgesetzt. In manchen Fällen werden Kinder sogar zum Diebstahl oder zur Prostitution gezwungen.



Mangel an Bildung & Betreuung:

Nicht alle Kinder haben das Glück regelmäßig in die Schule gehen zu können, da die Familien das Geld für den Schulbus, Bücher und die Schuluniform nicht aufbringen können. Für jüngere Kinder von 0-5 Jahren gibt es kaum Betreuungsmöglichkeiten. Frühkindliche Bildung ist immernoch ein Privileg für Kinder aus besser gestellten Familien. Immer wieder berichten die Medien von tödlichen Unfällen in den Blechhütten, weil kleine Kinder alleine mit einer brennenden Kerze oder Feuerstelle zurückgelassen wurden.


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